Ein Interview mit dem deutsch-amerikanischen Spitzenkoch Konrad Geiger

Ein Interview mit dem deutsch-amerikanischen Spitzenkoch Konrad Geiger

Herbaria: Sie wurden in Hollywood geboren. Welchen Bezug haben Sie zu Bayern?

Konrad Geiger: Meine Familie väterlicherseits stammt aus München. Mein Vater wurde im Stadtteil Ramersdorf geboren und wuchs dann während des Kriegs bei einem Onkel auf einem Bauernhof in Niederbayern auf. Mit 21 Jahren ist er nach Amerika ausgewandert und hat auf dem Schiff meine schwäbische Mutter kennengelernt. Er spricht heute noch Münchner Dialekt.

Herbaria: Wann waren Sie das erste Mal in der Heimat Ihres Vaters?

Konrad Geiger: Mit 6 Jahren. Ich erinnere mich noch sehr genau daran, dass es kurz vor der Eröffnung des Oktoberfests war. Wir sind mit den Großeltern auf die Wiesn gegangen und haben in einem Imbiss für Arbeiter, die die Bierzelte aufbauten, zu Mittag gegessen.

Herbaria: Haben Sie auch in den USA bayerisch gegessen?

Konrad Geiger: Mein Mutter kochte zwar international und sehr abwechslungsreich, aber jeden zweiten Samstag machte sie für meinen Vater sein Lieblingsgericht: Schweinebraten mit handgeriebenen Kartoffelknödeln und Sauerkraut. Übrigens: Meine Großmutter wurde sogar einmal mit dem Titel „Münchner Sauerkrautkönigin“ ausgezeichnet.

Herbaria: Hat Ihnen als amerikanischem Kind der Schweinebraten geschmeckt?

Konrad Geiger: Ich habe ihn immer gern gegessen, mit dem Gefühl: Das ist ein ganz besonderes Gericht, weil die Zubereitung so aufwändig ist. Ich sehe meine Mutter heute noch stundenlang in der Küche hantieren.

Herbaria: Welche Schmankerl hat Ihre Mutter in Amerika noch gezaubert?

Konrad Geiger: Meinem Vater schmeckten die amerikanischen Brezeln nicht. Aus selbst angebautem Weizen hat sie für ihn bayerische Brezeln gebacken. Die Lauge dafür kam per Post aus München. Eine hauseigene Weißwurst-Produktion wurde nach einigen Fehlversuchen wieder eingestellt.

Herbaria: Hat sich diese Vorliebe an Sie weitervererbt?

Konrad Geiger: Als ich bereits Küchenchef eines Feinschmecker-Restaurants in Stuttgart war, bin ich am Wochenende zum Essen oft nach Bayern gefahren.

Herbaria: Was schätzen Sie so an Bayern?

Konrad Geiger: Ganz wichtig beim Essen ist die Atmosphäre. Auch eine schöne Landschaft färbt ab. Die bayerische Landschaft mit ihrer einmaligen Kulisse aus Bergen und Seen wirkt wie ein natürlicher Geschmacksverstärker.

Herbaria: Ist die bajuwarische Küche aus Sicht eines Spitzenkochs nicht zu deftig?

Konrad Geiger: Sie ist ernährungsphysiologisch sicher nicht optimal, aber lange im Ofen Gegartes wie Schweinebraten entwickelt ein unschlagbares Aroma und ist sicher immer ein Genuss.

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